antiker Kachelofen in der Einkehr zur Post

Geschichte

 

Das Baudenkmal „Alte Post“ in Ponholz, ist ein stattliches, zweigeschossiges Mansarddachgebäude mit Zwerchgiebel und gegliederter Putzfassade an der B15 von Regenstauf nach Burglengenfeld.

Es handelt sich um einen einheitlichen, bereits ursprünglich als Gasthof errichteten Neubau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Inschrift auf dem Kopfstein über dem Torbogen datiert die Alte Post auf das Jahr 1766 - die Initialen WL benennen den Erbauer Wilhelm Laßleben.


Alte Post Ponholz historisches Gebäude vor der Sanierung 

Seinen Namen verdankt das Haus der Tatsache, dass es lange Zeit eine Post-Station der Thurn und Taxischen Post beherbergte. Dabei handelte es sich aber nicht um eine Neugründung, sondern um eine Verlegung von Pirkensee nach Ponholz. In seinem Schreiben vom 8. März 1740 beantragte Johann Hartmann, "Tafern Würth zu Pirkensee" erstmals die Errichtung einer Poststation. Seinen Antrag begründete er damit, dass sich zwischen der Freien Reichsstadt Regensburg und der Kurfürstlich Bayerischen Regierungsstadt Amberg keine Post-Station befände, aber eine solche zur Beschleunigung der Reisen und zur Hebung des Postaufkommens nötig wäre. Nur nebenbei erwähnt er dann, dass er mit seiner "Wirtschaft Tafern" fast in der Mitte situiert sei und er sich auch eine Poststation zur Hochfürstlichen durchlauchtigsten Cotento wohl gar zu versehen getraue. Der Dichterfürst und Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe machte am 04.September anno 1786 in der damaligen Relaisstation auf seiner Italienreise Halt, um sein Frühstück einzunehmen.

In der Jugendstilzeit ca. 1912 wurde das Haus umfassend umgebaut. Es wurden großflächig Parkettbeläge verlegt, 4 Kachelöfen eingebaut, und der Zwerchgiebel auf der Westseite errichtet.

In der ehemaligen, nicht mehr vorhandenen, 3-seitigen, hofartigen Bebauung des rückwärtigen Grundstücks befanden sich Pferdeställe und weitere Nebengebäude. Es existiert noch eine alte Luftbildaufnahme von der ursprünglichen Bebauung. Im Januar 1983 erwarb die Familie Koller das Gebäude mit Grundstück und bewirtschaftete die Gaststätte bis zum Dezember 1992. Am 09.04.1998 wurde mit der umfangreichen Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes begonnen und die Dach- und Deckensanierung, sowie die Trockenlegung des Gebäudes durchgeführt. Seit dem plötzlichen Tod des Besitzers im Jahr 2000 ruhten die Arbeiten.

Im Februar 2011 erwarb der jetzige Besitzer Robert Gerstl das Gebäude und sanierte es bis zum zur Fertigstellung des ersten Bauabschnittes im Dachgeschoss im Dezember 2011. Die Sanierung der Büroräume im 1. OG wurde zum 01.05.2012 abgeschlossen und der Ausbau der Einkehr im EG samt neuer Küche zum 31.10.2012. Am Martinstag, 11. November 2012 öffnete Martin Kandlbinder die Einkehr zur Alten Post wieder und belebt damit die gastronomische Tradition des Hauses neu - genau 100 Jahre nach der letzten großen Sanierung 1912. Das belegen Lieferscheine des verlegten Parketts, die unter den Böden bei der Sanierung gefunden wurden.

Dank der tatkräftigen Unterstützung vieler Interessierter Denkmalfreunde, der örtlichen Vereine, der Stadtverwaltung Maxhütte-Haidhof, des Landkreises Schwandorf und der unteren Denkmalschutzbehörde, des Bezirkes Oberpfalz, der Bayerischen Landesstiftung sowie des Landesamts für Denkmalpflege konnte die Sanierung in Rekordzeit ohne bürokratische Hürden durchgeführt werden. Das Ergebnis ist sehenswert und soll allen Denkmaleigentümern oder Interessenten einen Zuspruch geben, Ähnliches für den Erhalt unserer Denkmallandschaft zu tun. Der Besitzer würde sich freuen, Ihnen seine Erfahrungen bei einem gemütlichen Treffen in der Einkehr zu schildern und Ihnen dabei selbstverständlich gerne sein Werk zeigen.